Pressemitteilung vom 24.03.2009

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Studie belegt erstmals: Wirksame Sprachförderung durch Lehrer mit Migrationshintergrund – Förderunterricht auch am Standort Darmstadt / Odenwaldkreis mit dem Projekt Chancenreich

Stiftung Mercator legt Matching Fund in Höhe von 2,1 Millionen Euro für nachhaltige Sicherung des Förderunterrichts auf

Darmstadt 24. März 2009 – Schüler mit Migrationshintergrund, die im Rahmen des Projekts „Förderunterricht für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund“ der Stiftung Mercator sprachlich und fachlich unterstützt werden, haben ihre Leistungen deutlich verbessert. So konnten sich beispielsweise 70 Prozent der Förderschüler mit anfangs mangelhaften und ungenügenden Noten in Deutsch und Mathematik um mindestens eine Note steigern. Dabei zeigt sich, dass insbesondere jene Schülerinnen und Schüler von der Förderung profitieren, die von FörderlehrerInnen mit gleicher ethnischer Herkunft unterrichtet werden. Zudem fühlen sich die Lehramtsstudierenden durch die Unterrichtspraxis besser auf ihren künftigen Beruf vorbereitet, sowohl im Bezug auf ihre didaktischen und pädagogischen Kompetenzen als auch im Umgang mit kultureller Vielfalt. Dies belegt eine Studie des europäischen forums für migrationsstudien (efms), Institut an der Universität Bamberg, im Auftrag der Stiftung Mercator. Seit 1006 fördert die Stiftung Mercator, die ihren Sitz in Essen hat, das Projekt „Chancenreich“ an der Technischen Universität Darmstadt in Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendhilfe des Odenwaldkreises in Michelstadt.

„Wir freuen uns, dass die Zielsetzung unseres Projekts, die Bildungschancen der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu erhöhen, durch die Evaluationsergebnisse bestätigt wird. Der Erfolg des Konzepts bestärkt uns darin, das Modell „Förderunterricht“ weiterzuentwickeln und fortzuführen. Daher stellt die Stiftung Mercator nun einen Matching Fund in Höhe von 2,1 Millionen Euro zur Verfügung. Mit diesem Konzept sollen die Standorte nachhaltig gesichert werden“, erläutert Dr. Bernhard Lorentz, Vorsitzender der Geschäftsführung, das weitere Vorgehen der Stiftung Mercator. Im Rahmen des Matching Funds wird den Projektpartnern des Förderunterrichts eine zweijährige Anschlussfinanzierung in Aussicht gestellt, unter der Bedingung, dass ein weiterer Träger eine Gegenfinanzierung und Fortsetzung des Projekts sicherstellt. Die Förderunterrichtsstandorte können ab sofort ihre Bewerbung bei der Stiftung Mercator für den Matching Fund einreichen.

„Es freut uns/mich sehr, dass die Evaluation des Förderunterrichts die Erfahrungen und die Ergebnisse des Projekts im Odenwaldkreis widerspiegelt. Dadurch fühlen wir uns in unserer Arbeit bestätigt und möchten das Projekt hier vor Ort weiterentwickeln und fortsetzten. Die Ausschreibung der Stiftung Mercator zum Maching Fund bedeutet für uns eine große Chance, den Förderunterricht in Darmstadt zu verstetigen.

Rund 6.500 Schülerinnen und Schüler bundesweit werden seit fünf Jahren individuell von 1.500 Lehramtsstudierenden gefördert. Im Rahmen des Projekts erhalten sie kostenfreien, außerschulischen Förderunterricht. Insgesamt unterstützt die Stiftung Mercator das Projekt mit zehn Millionen Euro. Internationale Studien belegen seit vielen Jahren, dass junge Menschen mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem benachteiligt sind. Die Grundlage für Bildungserfolg sind gute Sprachenkenntnisse. Während die frühkindliche Sprachförderung bei Kindern aus Migrantenfamilien mittlerweile greift, fehlen entsprechende Angebote für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I und II. Diese Lücke will das von der Stiftung Mercator initiierte Projekt schließen.

Über die Stiftung Mercator:

Die Stiftung Mercator gehört zu den großen deutschen Stiftungen. Sie initiiert und unterstützt Projekte für bessere Bildungsmöglichkeiten an Schulen und Hochschulen. Im Sinne Gerhard Mercators fördert sie Vorhaben, die den Gedanken der Weltoffenheit und Toleranz durch interkulturelle Begegnungen mit Leben erfüllen und die den Austausch von Wissen und Kultur anregen.

Die Stiftung zeigt neue Wege auf und gibt Beispiele, damit Menschen – gleich welcher nationalen, kulturellen und sozialen Herkunft – ihre Persönlichkeit entfalten, Engagement entwickeln und Chancen nutzen können. So will sie Ideen beflügeln. Ihre Arbeitsweise ist geprägt von einer unternehmerischen, internationalen und professionellen Haltung. Dem Ruhrgebiet, der Heimat der Stifterfamilie, fühlt sie sich in besonderer Weise verbunden.

Infos zum Standort:

Das Fachgebiet Mehrsprachigkeitsforschung, Deutsch als Fremd- und Zweitsprache an der Technischen Universität Darmstadt bietet seit Projektbeginn Seminare an, in denen Studierende sich zu FörderlehrerInnen ausbilden und im Unterricht betreuen lassen können. Insbesondere Lehramtsstudierende können angeleitete Lehrerfahrungen im Bereich Deutsch als Zweitsprache sammeln. Deutsch ist für Kinder und Jugendlich nicht nur im Deutschunterricht eine Fremdsprache, sondern in allen anderen Fächern auch: Wer in Mathematik die Textaufgabe aus sprachlichen Gründen nicht versteht, kann sie auch nicht lösen, selbst wenn der Rechenweg klar wäre. So profitieren die SchülerInnen von der Deutschförderung auch für alle anderen Fächer.

Kooperationspartner ist die Kinder- und Jugendhilfeförderung des Odenwaldkreises in Michelstadt, der auch die Stelle der wissenschaftlichen Mitarbeiterin des Projektes für drei Jahre finanziert.

Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an:

Prof. Dr. Britta Hufeisen, Tel. 06151/16-40 46,