Forschung und Projekte

Relevanz von Bildungssozialisation sowie von Herkunfts- und Vorfremdsprachen für den Studieneinstiegserfolg bei geflüchteten Studieninteressierten (HMWK)

Über das Projekt

Im Rahmen des „Aktionsplans Hessen zur Integration von Flüchtlingen und Bewahrung des gesellschaftlichen Zusammenhalts„ fördert das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) Forschungsprojekte zur wissenschaftlichen Untersuchung von verschiedenen (Deutsch-)Lehr-Lernkontexten mit Geflüchteten sowie ihre (Bildungs-)Hintergründe. Diese Forschungsprojekte tragen zu einer breiteren Grundlagenforschung im Bereich der Geflüchtetenforschung in der Bundesrepublik Deutschland bei. Das Ziel dieser Förderung und aller Teilprojekte ist die erfolgreiche Integration von Geflüchteten in Bildungsinstitutionen – die Forschungsvorhaben der Teilprojekte fokussieren unterschiedliche Stadien spezifischer Bildungsgänge. Die Fachgebiete Deutsch als Fremd-/Zweitsprache aller fünf hessischen Universitäten haben in diesem Kontext Forschungsvorhaben entwickelt und werden vom HMWK gefördert. Eine Übersicht über die Teilprojekte und den Förderungszusammenhang ist hier zu finden.

An der TU Darmstadt wird am Fachgebiet Sprachwissenschaft – Mehrsprachigkeitsforschung das Teilprojekt „Relevanz von Bildungssozialisation sowie von Herkunfts- und Vorfremdsprachen für den Studieneinstiegserfolg bei geflüchteten Studieninteressierten“ umgesetzt und erforscht. Hierauf wird im nächsten Abschnitt näher eingegangen.

Zusammenfassung des Dissertationsvorhabens: „Zum Einfluss der Bildungssozialisation im Herkunftsland auf das Deutschlernen bei geflüchteten Lernenden in Deutschland – am Beispiel Äthiopien, Afghanistan und Syrien“

Aufgrund von Beobachtungen in ehrenamtlichen Deutschkursen und in den studienvorbereitenden Kursen mit sprachlichem Schwerpunkt an der TU Darmstadt lässt sich vermuten, dass geflüchtete (angehende) Akademiker*innen verschiedener Herkunftsländer sowohl unterschiedlich schnell als auch unterschiedlich erfolgreich Deutsch lernen: Lernende aus Syrien scheinen tendenziell schnell und gut beim Deutschlernen voranzukommen, Lernende aus Afghanistan scheinen tendenziell recht gut Deutsch zu lernen, und Lernende aus den Herkunftsländern Äthiopien, Eritrea und Somalia scheinen tendenziell den geringsten Lernerfolg aufzuweisen (vgl. Braunagel 2018). Diese Beobachtungen bilden den Ausgangspunkt für das Erkenntnisinteresse, die Einflussfaktoren auf das Sprachenlernen von DaZ bei geflüchteten Lernenden zu erforschen. Hierbei werden speziell die Bildungsfaktoren als Teil der lernerexternen Faktoren (vgl. Faktorenmodell nach Hufeisen 2010) betrachtet, um den Fragen nachzugehen, welche Bildungssozialisation geflüchtete Lernende durchlaufen haben, und wie die Bildungssysteme sowie Lehr-Lerntraditionen in den jeweiligen Ländern aussehen. Bei dieser explorativ-deskriptiven Studie fließen durch die Analyse verschiedener Dokumente zu den Bildungssystemen, den Lehr-Lerntraditionen und Bildungshintergründen und durch qualitative leitfadengestützte Befragungen von Lehrenden, Expert*innen zu Bildungssystemen und Lehr-Lerntraditionen in den jeweiligen Ländern sowie von Lernenden drei Perspektiven auf die Thematik und damit triangulierte Daten ein.

Literatur

Braunagel, Katharina (2018): Lernprozess der Fremd-/Zweitsprache Deutsch bei Lernenden aus Syrien, Afghanistan und Äthiopien. Einflussfaktoren, unveröffentlichte Master-Thesis, Darmstadt.

Hufeisen, Britta (2010): Theoretische Fundierung multiplen Sprachenlernens – Faktorenmodell 2.0, in: Jahrbuch Deutsch als Fremdsprache 36, S. 200–207.

Projektleitung

  Name Arbeitsgebiet(e) Kontakt
Prof. Dr. Britta Hufeisen
Leiterin Sprachenzentrum, Leiterin FG Sprachwissenschaft - Mehrsprachigkeit
Mehrsprachigkeitsforschung, Textkompetenz, Blended Learning
+49 6151 16-21134
S1|03 314 a
Dr. Christoph Merkelbach
Leitung ZIKK
+49 6151 16-21149
S1|03 314 c

Projektdurchführung

  Name Arbeitsgebiet(e) Kontakt
Katharina Braunagel M.A.
+49 6151 16-21131
S1|03 309